Jugendchöre im Dialog – Festkonzert der Landesjugendchöre Tirol und Thüringen

Der Tiroler Landesjugendchor und der Landesjugendchor Thüringen feiern gemeinsam 20 Jahre Landesjugendchor Tirol – mit einem Festkonzert quer durch die Chormusik.
Vier Veranstaltungen in vier Tagen. Vom 7. bis 10. Oktober 2026 zeigte das Kulturprogramm der Stadt Kufstein zum Saisonstart, wie breit Kultur sein kann: Kammermusik im Stadtsaal, intimes Akustikkonzert auf der Festung und im Kultur Quartier und ein Nachtgespräch über Krieg, Menschlichkeit und Resilienz. Es gab Abende zum Mitklatschen, zum Zuhören und zum Nachdenken.
Das Fauré Quartett eröffnete die Abonnementkonzerte. Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola), Konstantin Heidrich (Violoncello) und Dirk Mommertz (Klavier) spielten zuerst Werke von Dvořák, Polarkreis 18, Richard Strauss und Gabriel Fauré, präzise und mit großer Intensität.
Nach der Pause folgte Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ in der Bearbeitung für Klavierquartett von Dirk Mommertz und Grigory Gruzman. Die vertrauten Klangbilder klangen in dieser Besetzung neu, farbenreich und voller feiner Nuancen. Zum Schluss kam eine Zugabe mit Beatbox-Einlage, bei der die Abonnent:innen begeistert mitmachten.
Tom Neuwirth spielte mit Edo Meyer (Gitarre, Beatbox) und Hari Baumgartner (Bass, Schlagwerk) zwei Akustikkonzerte. Am Freitagabend im Kaiserturm war es sehr intim: Neuwirth sang bekannte Songs in reduzierten Arrangements, erzählte Geschichten aus dem Nähkästchen und hatte viel Witz und Spielfreude. Man merkte, wie verbunden er inzwischen mit Kufstein ist und wie gern er zurückkommt.
Am Samstagvormittag folgte die Matinée im Theater des Kultur Quartiers. Es war ein zweites Konzert mit derselben Besetzung, aber in ganz anderer Atmosphäre.
Am selben Tag war Tom Neuwirth auch bei der Perlen-Pride Kufstein dabei. Er ging im Demonstrationszug durch die Stadt mit und war nah an den Menschen. Daran sieht man, wie sehr er über seine Konzerte hinaus Teil des Stadtlebens geworden ist.
Krieg, Flucht, Hunger: Die Themen von Wolfgang Bauer sind schwer. Der Abend mit ihm war es nicht. Der ZEIT-Redakteur berichtet seit Jahren aus Krisen- und Konfliktregionen. Im Gespräch mit Klaus Reitberger, dem Moderator der Nachtgespräche, ging es um seine Reportagen aus Afghanistan und dem Sudan: um die Reisen in diese Länder, um die Recherche vor Ort und um die Frage, wie man die Geschichten einzelner Menschen so erzählt, dass sie mehr zeigen als das Kriegsgeschehen. Dabei zeigte sich Bauer als humorvoller und tiefgründiger Erzähler. Dieser Gegensatz zum Thema prägte den Abend und machte die Berichte umso eindrücklicher.
Im zweiten Teil kam das Publikum zu Wort, mit zahlreichen Fragen, die von echtem Interesse zeugten. Eine davon führte zu einem der stärksten Momente des Abends: Wie geht man mit dem Leid anderer um, ohne daran zu zerbrechen? Bauers Antworten zu Resilienz gingen weit über die journalistische Arbeit hinaus. Am Ende stand ein Abend, der zeigte, wie groß das Bedürfnis ist, hinter die Schlagzeilen zu blicken.
Danke an alle Künstler:innen und an unser Publikum. Danke auch an die Sparkasse Kufstein, die das Kulturprogramm der Stadt Kufstein als Hauptsponsorin wesentlich unterstützt, und an die Volksbank Tirol, die die Reihe „Kufsteiner Nachtgespräche“ fördert.
Weiter geht es am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 19:30 Uhr mit „Jugendchöre im Dialog“: Der Tiroler Landesjugendchor und der Landesjugendchor Thüringen singen im Kultur Quartier Kufstein und in St. Vitus.
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