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Kufsteiner Nachtgespräch mit Wolfgang Bauer

Die Vergessenen

ZEIT Reporter Wolfgang Bauer über Kriegsberichterstattung, Afghanistan und den vergessenen Krieg im Sudan

Was geschieht mit einem Krieg, wenn kaum noch jemand hinsieht? ZEIT Reporter Wolfgang Bauer berichtet beim Kufsteiner Nachtgespräch von seinen Recherchen in Afghanistan und im Sudan. Im Mittelpunkt stehen Menschen, deren Geschichten in der täglichen Nachrichtenflut kaum noch vorkommen, und die Frage, welche Verantwortung Journalismus trägt, wenn die Aufmerksamkeit der Welt längst weitergezogen ist.

  • 📅 Samstag, 10. Oktober 2026
  • ⏲️ 19:30 Uhr
  • 📍 novum Kufstein
  • 🎟 Eintritt: € 15 Ermäßigt: € 10

*Erhältlich im Rathaus Kufstein, TVB Kufsteinerland und bei allen Ö-Ticket Verkaufsstellen, sowie Online.

Bildschirmfoto 2026-08-30 um 21.02

Wenn die Welt nicht mehr hinsieht
Kriege verschwinden nicht, nur weil sie aus den Schlagzeilen verschwinden. Wolfgang Bauer reist seit vielen Jahren dorthin, wo Konflikte das Leben von Menschen bestimmen, und erzählt von jenen, die hinter politischen Entscheidungen, Frontverläufen und Opferzahlen allzu leicht unsichtbar werden.
In Afghanistan hat der ZEIT Reporter über viele Jahre hinweg recherchiert und die Entwicklungen im Land immer wieder aus unmittelbarer Nähe begleitet. Seine Arbeit führt ihn dabei nicht nur an politische und militärische Brennpunkte, sondern vor allem zu den Menschen, deren Alltag durch Krieg, Vertreibung und politische Umbrüche geprägt ist.
Auch im Sudan arbeitete Bauer unter außergewöhnlich schwierigen Bedingungen. Für die Reportage „Die Vergessenen“ begleitete er gemeinsam mit Fotografin Johanna Maria Fritz über mehrere Tage Ärzt, Pflegekräfte und Patient in einem Krankenhaus in Omdurman. Die Reportage richtet den Blick auf einen Krieg und eine humanitäre Katastrophe, die international vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhalten.
Beim Kufsteiner Nachtgespräch geht es damit nicht nur um Krieg. Es geht auch um Wahrnehmung: Wer entscheidet, welche Konflikte unsere Aufmerksamkeit bekommen? Wie erzählt man vom Leid anderer Menschen, ohne es zu instrumentalisieren? Und was bedeutet es für Journalist, immer wieder an Orte zurückzukehren, an denen Gewalt und Verlust zum Alltag gehören?

Wolfgang Bauer

Wolfgang Bauer ist Reporter der Wochenzeitung DIE ZEIT und berichtet aus Krisen und Kriegsgebieten weltweit. Einen besonderen Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit bildet Afghanistan, das er über viele Jahre immer wieder bereiste. Auch aus der Ukraine und dem Sudan berichtete er vor Ort.
Für seine Reportagen wurde Bauer mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor Wolff Preis und dem Prix Bayeux Calvados Normandie für Kriegsberichterstattung. Sein Buch „Über das Meer“ wurde in mehrere Sprachen übersetzt.
In seinem Buch „Am Ende der Straße“ widmete er sich Afghanistan und der Frage, warum der Westen dort nach zwei Jahrzehnten militärischer und politischer Intervention scheiterte.
Seine journalistische Arbeit rückt dabei immer wieder jene Menschen in den Mittelpunkt, deren Lebensrealitäten hinter geopolitischen Entwicklungen und abstrakten Nachrichtenlagen zu verschwinden drohen.

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